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Ein Beitrag von EZ-Leser KURT VAN LOH Holunderweg 2 26725 Emden Die Seereederei Frigga AG. Hamburg (1920-1994) ließ in den Jahren 1952-1963 ihre gesamte Flotte von insgesamt 15 Schiffen bei den Nordseewerken bauen und übernahm am 7. Februar 1966 ihren 16. Neubau, die "Baldur" Bau 379 (1986 in China verschrottet) von der Werft. Bei der Übergabe beklagte der Reedereidirektor R. Petersen, dass die "Baldur" ihre volle Ladefähigkeit von 38 800 t auf 10,78 Meter Tiefgang wenn Emden Bestimmungshafen ist, nicht ausfahren könne. Das Schwesterschiff habe bereits 26 Reisen auf Emden ausgeführt und auf jeder dieser Reisen 2100 t weniger laden müssen. Die Kosteneinsparung durch die größeren Schiffe bliebe der Reederei vorenthalten. Um die Leistungsfähigkeit des Massengutschütthafens Emden zu gewährleisten, sei eine Vertiefung im Emder Fahrwasser auf 8,50 Meter SKN (= Seekartennull) unverzichtbar, die er hiermit einfordere. Das verantwortliche Bundesverkehrsministerium reagierte prompt gegenüber diesem Emden und der Region wohlwollenden Reeder und bezog eindeutig Position. Herr Petersen erhielt eine vom 15. Februar 1966 datierte amtliche Stellungnahme, in der führt das BVM aus: " ... seit 1958 hat der Bund weit über 100 Mio. DM aufgewendet, um die Vertiefung auf 8,00 Meter SKN zu erhalten und ist bestrebt 8,50 Meter SKN zu erreichen und zu unterhalten." Jedoch sind durch ungünstige hydrologische Einflüsse, Rückschläge unvermeidlich, und bei der Eigenart der Ems muss mit Fahrwasserverflachungen leider immer gerechnet werden. Das BVM weist immer wieder daraufhin, dass eine Fahrwassertiefe von 8,50 Meter SKN das Äußerste ist, was im Emder Fahrwasser erreichbar sei. Diese Tiefe kann keinesfalls über das Jahr gewährleistet werden und eine Verpflichtung wird nicht übernommen. Herr Petersen bekam für seinen 16. Neubau noch mit auf den Weg, er, Petersen, sei über die Fahrwasserverhältnisse auf der Ems genau orientiert gewesen, als er die Aufträge für derartig große Schiffe erteilte. Seine Forderung sei völlig unbegründet. Nun, Massengutschiffe haben gänzlich andere Dimensionen angenommen, aber das Emder Fahrwasser hat immer nur noch 8,50 Meter SKN. Zu fragen ist: Hat diese Aussage nach 38 Jahren (!) noch ihre Gültigkeit? Ist die Ems ein komplizierter Fluss mit Eigenarten? Was ist nach der Aussage 1966 auf der Ems - wegen der Eigenart - alles veranstaltet worden. Mit Millionen- Summen: Modellversuche in Rissen, Gutachten über Gutachten, riesige Hafenpläne, die vorgesehene Emsumleitung, von 1968 - 1992 teure, zeitaufwendige Leichterungen usw.. Die Lotsen riskierten Kopf und Kragen um die dann 35 tiefgehenden Schiffe nahezu ohne Keel-Clearance nach Emden zu bringen. In fast vier Jahrzehnten sind, um die 8,50 Meter SKN zu unterhalten, vermutlich 180 Millionen Kubikmeter Sand und Schlick kostenträchtig gebaggert, verklappt, verspült worden. Eine ganze Landschaft wurde verändert. Nur, man ist heute da, wo man vor 38 Jahren auch war. Es ist zu fragen: Kann eine Tiefe von 9,50 m SKN - technisch heute herstellbar - aber kann diese Tiefe, weil die Ems hier nur eine geringe Wasserführung hat, mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln unterhalten werden? Kann der Bund sich das bei seinen Schuldenbergen leisten? Also, die Nummer "springen mit leeren Beuteln" sollte man besser den Kängurus überlassen. |

